Kann man auch wegen kleinerer Verkehrsverstöße den Führerschein verlieren?

Grundsätzlich ist der Entzug der Fahrerlaubnis nur für Verkehrsstraftaten vorgesehen. Auch Fahrverbote kommen regelmäßig nur bei Straftaten oder schwereren Ordnungswidrigkeiten, z.B. erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen, in Betracht.

Allerdings ist es möglich, dass die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an der Fahreignung bekommt, wenn man regelmäßig verkehrsverstöße begeht. Dies gilt auch dann, wenn diese Verstöße für sich gesehen nicht wirklich schlimm sind, z.B. bei Parkverstößen. Es kann aber sein, dass der Fahrer dadurch erkennen lässt, dass er die Verkehrsregeln allgemein nicht beachtet und dadurch eine Gefahr darstellt.

Die Hürden dafür sind aber relativ hoch. In der Regel ist dafür mindestens ein Verstoß pro Woche über einen längeren Zeitraum (z.B. 100 Strafzettel in zwei Jahren) notwendig. Dann darf aber immer noch kein sofortiger Entzug erfolgen, vielmehr kann eine Fahreignungsprüfung (Medizinisch-Psychologische Untersuchung, MPU) verlangt werden. Dieses Vorgehen ist aber sehr selten.