Darf man den Fahrzeugschein dauerhaft im Auto lassen?

Grundsätzlich ist es nicht verboten, die Zulassungsbescheinigung Teil I, früher Fahrzeugschein, im Auto zu lassen. Schließlich muss man sie immer mitführen und sie ist auch nicht wie der Fahrzeugbrief ein Eigentumsnachweis.

Allerdings kann der Versicherungsschutz dadurch verloren gehen. Dies ist zwar von den Gerichten noch nicht allgemein geklärt, allerdings wird teilweise vertreten, dass der (zumindest sichtbare) Fahrzeugschein einen Diebstahl lohnender macht. Der Fahrzeugschein sei zumindest ein gewisser Berechtigungsnachweis. Auch könne man aus ihm den Fahrzeugbrief fälschen.

Da andererseits eine Kopie des Scheins nicht ausreicht, sollte man ihn am besten im Original im Geldbeutel lassen.

Reicht auch eine Kopie des Fahrzeugscheins im Auto?

Nein, die Zulassungsbescheinigung Teil I, früher Fahrzeugschein, muss immer im Original mitgeführt werden. Kopien sind nicht ausreichend und schützen nicht vor einem Bußgeld.

Den Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) sollte man dagegen niemals dabei haben, da dieser einen Verkauf ermöglicht und daher einem Dieb sehr entgegenkommt.

Trifft den Rückwärtsfahrenden immer die Schuld an einem Unfall?

Wer beim rückwärts fährt (insbesondere beim Einparken), muss dabei besonders vorsichtig sein (§ 9 Abs. 5 StVO). Kommt es zum Unfall, besteht ein Anscheinsbeweis dafür, dass er nicht vorsichtig genug war.

Siehe auch: OLG München, Urteil vom 08.07.2016, 10 U 3554/15

Dieser Anscheinsbeweis kann aber widerlegt werden, wenn bspw. belegt wird, dass der andere Unfallteilnehmer zu schnell unterwegs war oder seinerseits nicht ausreichend auf andere Autos geachtet hat.

Was ist die Fahreignungsprüfung?

Die Fahreignungsprüfung ist die Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Gemeinhin wird dieser Begriff aber nur dann verwendet, wenn die Fahrerlaubnis noch besteht, die Behörde aber Zweifel an der tatsächlichen Fahreignung hat. Dann ordnet sie gemäß §§ 13 und 14 FeV die Prüfung an, um festzustellen, ob die Zweifel begründet sind.

Was ist ein Fahrverbot?

Bei eine Fahrverbot wird dem Betroffenen verboten, für eine bestimmte Zeit (ein bis drei Moante) Fahrzeuge zu führen. Die Fahrerlaubnis als solche bleibt bestehen, von ihr darf nur vorübergehend nicht Gebrauch gemacht werden. Nach dem Ablauf des Fahrverbots bekommt die Fahrerlaubnis von selbst wieder ihre Gültigkeit, sie muss also nicht neu erteilt werden.

Kann man auch wegen kleinerer Verkehrsverstöße den Führerschein verlieren?

Grundsätzlich ist der Entzug der Fahrerlaubnis nur für Verkehrsstraftaten vorgesehen. Auch Fahrverbote kommen regelmäßig nur bei Straftaten oder schwereren Ordnungswidrigkeiten, z.B. erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen, in Betracht.

Allerdings ist es möglich, dass die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an der Fahreignung bekommt, wenn man regelmäßig verkehrsverstöße begeht. Dies gilt auch dann, wenn diese Verstöße für sich gesehen nicht wirklich schlimm sind, z.B. bei Parkverstößen. Es kann aber sein, dass der Fahrer dadurch erkennen lässt, dass er die Verkehrsregeln allgemein nicht beachtet und dadurch eine Gefahr darstellt.

Die Hürden dafür sind aber relativ hoch. In der Regel ist dafür mindestens ein Verstoß pro Woche über einen längeren Zeitraum (z.B. 100 Strafzettel in zwei Jahren) notwendig. Dann darf aber immer noch kein sofortiger Entzug erfolgen, vielmehr kann eine Fahreignungsprüfung (Medizinisch-Psychologische Untersuchung, MPU) verlangt werden. Dieses Vorgehen ist aber sehr selten.

Wie wird der Schaden verteilt, wenn ein Unfall nicht aufklärbar ist?

Ist nicht mehr zu ermitteln, welcher von beiden Autofahrern den Unfall verschuldet hat, wird der Schaden regelmäßig zwischen beiden aufgeteilt. Denn dann haftet jeder zumindest noch für die Betriebsgefahr seines Autos in gleicher Weise.

Siehe auch: OLG München, Urteil vom 08.07.2016, 10 U 3554/15

Bei Unfällen mit Verkehrsteilnehmern, die keine Betriebsgefahr trifft (Radfahrer, Fußgänger), haftet der Autofahrer dann jedoch meist alleine.

Muss man den eingeschalteten Anwalt selbst zahlen?

Dies ist unterschiedlich, allerdings wird häufig die Einschaltung eines Anwalts grundsätzlich für notwendig gehalten. Der Normalbürger sei überfordert, wenn er sich selbst um die Regulierung kümmern müsse. Daher sei die Beauftragung eines Anwalts eine zwangsläufige Folge des Schadens und damit selbst ein ersatzfähiger Schadensposten.